Mein Weg zum Lachyoga

Im Frühjahr 2017 machte ich mich auf die Suche nach einer geeigneten Fortbildungsmaßnahme für meine Kunden, der Fokus lag auf  Entspannung, Abbau von Stress, Spaß an der Arbeit und Gelassenheit im beruflichen Umfeld. In einem Newsletter wurde ich auf Lachyoga aufmerksam und buchte sogleich ein langes Wochenende (Freitag bis Sonntag). 


Ausbildung zur Lachyoga Leiterin

Diese mehrtägige Maßnahme empfand ich als stimmig und war sehr erstaunt, wie schnell, leicht und effektiv für die eigene Gesundheit vorgesorgt werden kann. 

Schon während des ersten Ausbildungstages wurde auch ich vom Lachvirus infiziert und nahm Kontakt zu Dr. Kataria in Indien auf. Ich wollte mehr wissen über diese weltweite Bewegung und wie ich meinen Beitrag zu mehr Wohlbefinden, Glück und Freude leisten kann. 
Foto: Egbert Griebeling / Lachyoga Sonne

Lachyoga in der Gruppe

 Ausbildung zur Lachyoga Lehrerin Bangalore / Indien 

Auf nach Indien

Einige Monate später saß ich bereits im Flieger nach Indien und reiste zum Begründer des Lachyoga, Dr. Madan Kataria, um dort die Lachyoga Lehrerausbildung zu machen. Gleich im Anschluss daran nahm ich an einem Retreat teil, welches ebenfalls von Dr. Kataria geleitet wurde. 

 

Wer mich näher kennt, der weiß genau, wie wichtig mir Komfort, Hygiene und Sicherheit sind. Noch vor meiner Abreise wurde im Familienkreis spekuliert, nach wie vielen Tagen fern der Heimat ich entnervt die Koffer packen und vorzeitig abreisen würde. 

Die ersten Tage der Eingewöhnung waren tatsächlich extrem, hart und lehrreich für mich, das gebe ich unumwunden zu. So sonderbar es klingen mag, den ganzen Tag tief aus dem Bauch heraus zu lachen war sehr anstrengend für mich und ich spürte jeden einzelnen Muskel im Bauchraum und auch im Gesicht. Die Gruppendynamik tat ihr Übriges, um wirklich von morgens in der Früh bis spät abends voll motiviert durchzuhalten und "alles" zu geben. Ich kam auch zu dem Punkt, an dem ich nicht nur dahin schauen wollte, was alles nicht ok (und auch momentan nicht zu ändern) ist, sondern bewusst und mit allen Sinnen aufnehmen und genießen, was vorhanden ist. Das war mein Moment, der so viel ins Positive veränderte. 

Erst so nach und nach habe ich realisiert, dass die indischen Frauen, mit denen ich sprach, es tatsächlich als Privileg ansehen, in Indien geboren zu sein und dort leben zu dürfen. So sonderbar es klingt, ich war tatsächlich ein wenig neidisch auf diese Menschen, die diese Werte leben, die ich in Deutschland so oft vermisse: Freundlichkeit, Lebensfreude, Offenheit, Hilfsbereitschaft ohne Erwartungen, Neugier, Toleranz und der gemeinschaftliche Zusammenhalt auch in schwierigen Zeiten. Die Menschen, die ich getroffen habe, machten mir bewusst, welch große Bedeutung diese gelebten Werte für mich haben. Dafür und für ihre unvoreingenommene Freundschaft bin ich von Herzen dankbar. 

Bangalore ist die zurzeit drittgrößte Stadt Indiens mit etwa 12 Millionen Einwohnern, zahlen-mäßig vergleichbar mit Bayern. In Bangalore gibt es mehr als 220 Lachclubs, so viele, wie in 
etwa in ganz Deutschland gemeldet sind. 


Seit August 2019 leite ich den Lachclub 60+ in Neustadt / Wied, der, nach der Philosophie von Dr. Kataria, ehrenamtlich geführt wird.